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Demokratie können –
Transformation gemeinsam gestalten

Essenz einer Tagungsteilhabe im Kontext Partizipation & BeteiligungsPROCEDERE

Endlich hat auch mich die Information darüber erreicht, dass es einen Verein gibt, in dem und mit dem ich etwas für fair gestaltete Bürgerrechte tun kann. Und das ist auch meine Motivation, in diesem BLOG darüber zu informieren.

Als Teilnehmende war ich auf der 13. Loccumer Werkstatt-Tagung für Beteiligungsinnovationen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Meine Motivation zur neuerlichen Teilnahme entsprang dem Bedarf, meine Methodenkenntnisse zu erweitern und von Best Practice Geschichten zu hören. Während der Tagung ging es unter anderem um die Frage:
Was ist zu tun – und zwar gemeinsam – damit die Lernfähigkeit der Gesellschaft wächst. Dr. Raban Daniel Fuhrmann vom Procedere Verbund Konstanz (Mitveranstalter der Tagung in Kooperation mit der Akademie Loccum)attestiert unserer Demokratie, dass sie eine Professionalisierung braucht. Gefühlt war mir das klar, doch die Möglichkeiten und Wege dahin wurden uns auch aufgezeigt.

Dr. Raban Daniel Fuhrmann: „Unsere bisherige Partizipation als Bürger durch Wahlbeteiligung und Steuerzahlung reicht nicht mehr“
Hier horche ich auf – erahne, dass es nicht um mehr Beteiligung an Demonstrationen für oder gegen etwas geht, sondern dass es auch darum geht, selbst innerhalb der Strukturen mitzuarbeiten.
„Wie können wir mehr Weisheit, Vernunft und Nachhaltigkeit in die Entscheidungsfindung der politischen Ebenen integrieren?“
Nun bin ich gedanklich bei der Alltäglichkeit dieser Frage für die Organisationsberatung und verarbeite die Erkenntnis, dass ich so pragmatisch noch nicht auf die Politik geschaut habe. Welches Bild habe ich selbst von der Arbeit der Politiker*innen? Das werde ich klären und vermutlich Konsequenzen ziehen müssen.

Die vielen Expertinnen und Experten, die sich jetzt schon im politischen Feld mit den Fragen der Beteiligung und Partizipation beschäftigen, beeindruckten mich. Wie klar und geduldig sie im Sinne des Soziologen Max Weber gewohnt sind, „dicke Bretter zu bohren“

Inhaltlich erklärte sich durch die Beiträge, was wir gesellschaftlich erleben. Die wachsende Ungeduld, die Abwendung von der Politik und damit auch die Radikalisierung. Alles ist nachvollziehbar und damit auch im Umkehrschluss die These, dass unsere Demokratie etwas ganz NEUES braucht. In der Wirtschaft sprechen wir von lernenden Organisationen. Hier höre ich die Aufgabenstellung: Wie werden wir alle zur lernenden Demokratie?

Neben vielen anderem kommen sehr ermutigende Nachrichten aus Leipzig. Claudine Nierth berichtete vom Bürgerrat, der sein Bürgergutachten „Democracy for future“ an die Politik übergeben hat. Wir werden in 2020 mehr davon erfahren können. Die gesellschaftlichen Bewegungen scheinen unaufhaltsam zu sein. Sie sind nicht zu stoppen und wir alle können mitmachen. Wir erfuhren, dass zwei Drittel der 160 per Losentscheid beteiligten Menschen in Leipzig sich weiter für unsere Demokratie engagieren werden. Welche Wirklichkeit – ganz ohne MUT!  Mehr sehen/lesen und erfahren unter: www.lernende-demokratie.de; www.buergerrat.de

Die wichtigste Anforderung, die ich mitnehme, ist die einer Vision von Gesellschaft, die gemeinsam die Art und Weise verbessert – wie sie Demokratie umsetzt. Dr. Fuhrmann: „Wir müssen die politische Kultur entwickeln. Es braucht Formate, die die Debattenkultur entwickeln helfen. Professionalisierung ist angesagt, denn Partizipation gibt es nicht für lau!“